Dritter Schlag im Pickleball: Drop oder Drive?
Klare Entscheidungshilfe für Drop, Drive und Lob beim dritten Schlag im Pickleball, mit Beispielen, Drill und Fehlercheck.

Der dritte Schlag im Pickleball ist keine feste Pflicht zum Drop. Du liest zuerst die Tiefe des Returns, die Höhe des Absprungs und deine Körperbalance. Ein tiefer Ball hinter der Grundlinie verlangt meist einen Drop; ein kurzer, hoher Ball erlaubt oft einen Drive. Der Lob bleibt eine seltene Ausweichlösung.

Was bedeutet der dritte Schlag im Pickleball?
Der dritte Schlag ist der erste Ball des aufschlagenden Teams nach Aufschlag und Return. Die Rückschläger stehen häufig schon an der Küchenlinie, während du noch hinten bist. Dein Ziel ist deshalb nicht zwingend ein direkter Punktgewinn. Du willst den Positionsnachteil ausgleichen und mit deinem Partner nach vorn kommen.
Ein guter dritter Ball verbindet Schlag und Bewegung. Spielst du einen Drop, gehst du kontrolliert hinter dem Ball weiter. Bleibt er kurz und hoch, stoppst du in der Übergangszone und bereitest den nächsten Ball vor. Wer nach dem Schlag stehen bleibt, verschenkt dessen Zweck.

Wann ist ein Drop die beste Wahl?
Der Drop ist die sichere Grundentscheidung, wenn der Return tief kommt, du rückwärts läufst oder die Gegner bereits stabil an der Küchenlinie stehen. Spiele den Ball weich und mit ausreichender Höhe über das Netz, damit er vor der Küchenlinie sinkt. Zu flach landet er im Netz; zu hoch wird er angegriffen.
Beispiel: Der Return springt nahe deiner Grundlinie auf, dein Gewicht liegt noch auf der Ferse und beide Gegner warten vorne. Ein Drive wäre riskant. Spiele stattdessen einen hohen, weichen Drop in die Küche, mache zwei oder drei Schritte und setze einen Split-Step, bevor der Gegner trifft.
Bei einem kurzen Return darfst du ebenfalls droppen, wenn der Ball niedrig bleibt oder du ihn nur im Lauf erreichst. Die kurze Distanz täuscht: Ohne Balance fehlt dir die Kontrolle für einen sicheren Angriff.
Wann lohnt sich ein Drive?
Der Drive passt zu einem kurzen oder hohen Return, wenn deine Füße gesetzt sind und du in den Ball hineingehst. Ziele tief auf die Füße des Gegners in der Übergangszone oder auf die Körpermitte. Ein harter Ball oberhalb der gegnerischen Hüfte ist dagegen eine Einladung zum Konter.
Ein einfaches Entscheidungsbeispiel: Der Ball landet etwa einen Meter innerhalb der Grundlinie, springt bis zur Netzhöhe und du stehst mit Gewicht nach vorn. Das ist ein Drive-Fenster. Triffst du ihn aus dem Rückwärtslaufen, wird derselbe Ball zum Drop-Fenster.
Der Drive muss nicht sofort gewinnen. Er kann einen hohen Block erzwingen, den dein Partner übernimmt. Sprecht vorher ab, wer bei einem solchen Ball nach vorn geht. Ohne diese Bewegung bleibt die gute Idee unvollständig.

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Ist ein Lob im dritten Schlag sinnvoll?
Ja, aber selten. Ein Lob kann helfen, wenn beide Gegner sehr weit vorn stehen und ihre Körper bereits nach vorne ausgerichtet sind. Spiele ihn hoch und tief über die Rückhandseite, sofern der Platz und die Windrichtung das zulassen. Bei Gegenwind wird die Flugbahn kürzer; Rückenwind macht den Ball schneller und schwerer kontrollierbar.
Nutze den Lob nicht als Reflex. Ein zu kurzer Lob wird zum einfachen Überkopfball. Wenn du unsicher bist, ist ein kontrollierter Drop meistens die bessere Entscheidung.
So trainierst du die richtige Entscheidung
Bitte einen Partner, Returns abwechselnd tief, mittel und kurz zu platzieren. Rufe beim Absprung laut „tief“, „mittel“ oder „kurz“ und entscheide erst danach:
- Tiefer Return, Körper bewegt sich rückwärts: Drop.
- Mittlere Höhe, Füße gesetzt, Gegner in Bewegung: Drive.
- Kurzer Ball, niedriger Absprung oder schlechte Balance: Drop.
- Beide Gegner kleben am Netz und rechnen nicht mit Höhe: gelegentlich Lob.
Trainiere zehn Minuten und notiere nur die Fehler nach Zone. Wenn fünf von acht Drives aus der tiefen Zone zu hoch landen, ist die Lösung nicht mehr Kraft, sondern eine andere Schlagwahl. Erst danach übst du Tempo.
Häufige Fehler beim dritten Schlag
- Immer droppen: Ein hoher kurzer Return bleibt ungenutzt.
- Immer driven: Tiefe Bälle werden aus schlechter Balance angegriffen.
- Nach dem Schlag stehen bleiben: Der Partner muss zu viel Platz abdecken.
- Auf die Küchenlinie zielen: Ein Drop direkt auf die Linie springt oft zu hoch. Ziele etwas davor.
- Den Spielstand ignorieren: Bei 9:9 zählt der sicher beherrschte Ball mehr als ein riskanter Überraschungsschlag.
FAQ: Was sollten Anfänger zuerst lernen?
Baue zuerst einen wiederholbaren Drop aus der tiefen Position auf. Ergänze den Drive für kurze, hohe Returns und nutze den Lob als Wechsel. Entscheidend ist die Lesefähigkeit, nicht eine starre Lieblingsbewegung.
FAQ: Wie tief muss der Return sein?
Wenn dich der Absprung hinter die Grundlinie drückt oder du rückwärts schlagen musst, behandle ihn als tiefen Return und drope. Ein Ball mit Vorwärtsbewegung und Kontakt zwischen Knie- und Brusthöhe kann dagegen ein Drive sein.
FAQ: Warum werden meine Drives angegriffen?
Meist fliegt der Ball zu hoch, du schlägst aus dem Rückwärtslaufen oder du frierst danach ein. Senke die Flugbahn, wähle bei schlechter Balance den Drop und bewege dich mit dem Ball nach vorn.
Über den Autor
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