Dritter Schlag im Pickleball: Bewegungserlaubnis nach dem Drive
Eine klare Entscheidungshilfe: Lies nach dem dritten Drive die gegnerische Ballhöhe und rücke nur bei tiefem, spätem oder defensivem Kontakt gemeinsam vor.

Der dritte Schlag muss den Punkt nicht sofort entscheiden. Sein Zweck ist, eine schwierige Antwort zu erzwingen und die nächste Bewegung vorzubereiten. Ein kontrollierter Drive kann einen tiefen Block auslösen. Erst danach wisst ihr, ob ihr als Team vorrücken dürft. Wer ohne diese Information losläuft, bringt einen guten Schlag leicht wieder in Gefahr.

Was die Bewegungserlaubnis bedeutet
Nach dem dritten Schlag geht ihr nicht automatisch nach vorn. Beobachtet zuerst den Kontakt des Gegners. Muss er den Ball tief, spät, seitlich oder aus einer defensiven Blockposition spielen, kommt die Antwort meist langsamer und weniger bequem. Dann können beide Partner kontrolliert Raum gewinnen und vor dem gegnerischen Schlag in den Split-Step gehen.
Bleibt der Gegner dagegen aufrecht, trifft er vor dem Körper und kommt der Ball über Netzhöhe zurück, solltet ihr nicht blind weiterlaufen. Ein Drive, den der Gegner bequem volleyiert, ist keine Einladung zum Sprint. Haltet die Füße bereit und wartet auf die nächste Information.
Vor dem Drive kurz lesen
Lest den Return, bevor er aufspringt: Wie tief ist er, wie hoch kommt er, wie viel Tempo hat er und wie gut steht ihr selbst? Ein kurzer oder hoher Return passt eher zum Drive, wenn eure Füße gesetzt sind. Ein tiefer, schneller Ball an die Füße verlangt häufig einen Drop, einen Hybridball oder eine neutrale Antwort. Der Drive ist ein Werkzeug für die gewünschte vierte Reaktion, keine Pflicht für jeden dritten Schlag.
Legt vor dem Kontakt ein klares Ziel fest. Die Rückhandhüfte, die Körpermitte oder die bewegte Außenseite können einen Block erschweren. Nach dem Schlag richtet ihr den Blick sofort auf den Gegner. Nicht der Klang eures Treffers entscheidet, sondern die Qualität seines Kontakts.

Wann geht ihr gemeinsam vor?
Geht in kleinen, gleichen Schritten vor, wenn der Gegner den Ball unterhalb der Netzhöhe erreicht, sich strecken muss oder einen weichen Block nach oben spielt. Euer Partner bleibt seitlich verbunden. Keiner jagt allein zur Kitchen, weil dadurch die Mitte offen wird. Sobald der Gegner das Paddle nach vorn bringt, stoppt ihr mit einem Split-Step und bereitet euch auf den nächsten Kontakt vor.
Ein hoher Block beendet die Bewegung nicht automatisch. Prüft die Flugbahn: Steigt der Ball deutlich und landet kurz, kann der nächste Ball angreifbar sein. Kommt er dagegen schnell und tief zurück, bremst ihr und spielt den nächsten Übergangsball mit ausreichender Sicherheitsmarge.
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Wann bleibt ihr stehen?
Bleibt in der Transition Zone stabil, wenn beide Gegner den Drive vor dem Körper und über Netzhöhe treffen können. Besonders riskant ist ein flacher Ball in eine bereits vorbereitete Vorhand. Das Tempo kommt zurück, während ihr noch lauft. Beugt die Knie, haltet das Paddle vor dem Körper und verteilt das Gewicht mittig. So könnt ihr den nächsten Kontakt besser lesen.
Auch ein eigener guter Drive kann ohne Bewegungserlaubnis nutzlos werden. Der Gegner kann kurz und tief blocken, während ihr schon zu weit vorne seid. Dann müsst ihr den Ball aus einer schlechten Höhe spielen. Ein halber Schritt weniger ist oft die bessere Entscheidung.
Zielwahl für den kontrollierten Drive
- Rückhandhüfte: Die kompakte Blockbewegung wird schwieriger.
- Körpermitte: Im Doppel entsteht zusätzlicher Kommunikationsdruck.
- Bewegter Spieler: Nutzt die offene Fußarbeit, ohne blind auf die Linie zu zielen.
- Nicht auf die gesetzte Vorhand: Dort lässt sich Tempo leicht umleiten.
Spielt mit etwa 70 bis 80 Prozent, wenn ihr eine tiefe Antwort erzwingen und keinen direkten Winner suchen wollt. Ein niedriger Ball mit sicherer Länge ist nützlicher als ein maximal harter Schlag, der den Gegner aufrecht und offensiv erreicht.
Training: Go, Stay oder Watch

Ein Partner spielt zehn tiefe, zehn kurze und zehn hohe Returns zu. Der Schlagende ruft vor dem Kontakt „Drop“, „Drive“ oder „neutral“. Nach dem dritten Schlag zeigt der Trainer sofort Go, Stay oder Watch: Go bei einem tiefen Block, Stay bei einer bequemen Volleyhöhe, Watch bei einem unklaren Ball. Bewertet Entscheidung und Ausführung getrennt.
Spielt danach fünf Serien mit jeweils sechs Bällen. Ein Punkt zählt nur, wenn beide Partner gemeinsam vorrücken und vor dem gegnerischen Kontakt splitten. Bei 23 richtigen Entscheidungen aus 30 ergibt das 23 ÷ 30 = 76,7 Prozent. Das ist euer Trainingswert, keine allgemeine Erfolgsquote.
Häufige Fehler
- Nach dem eigenen Schlag losrennen: Erst den gegnerischen Kontakt lesen.
- Den Partner überholen: Als Paar vorrücken, sonst öffnet sich die Mitte.
- Drive aus dem Rückwärtsfallen: Den Ball neutralisieren, statt ihn zu erzwingen.
- Nur die Landung ansehen: Die Höhe des gegnerischen Kontakts entscheidet.
- Zu früh splitten: Genau dann splitten, wenn der Gegner schlägt.
Fragt euch im Match zuerst: Habe ich Balance? Ist der Gegner in Bewegung? Welche Antwort möchte ich erzeugen? Nach dem Drive folgt die zweite Frage: Muss der Gegner tief, spät oder defensiv treffen? Wenn ja, geht ihr gemeinsam vor. Wenn nein, bremst ihr und bereitet den nächsten Kontakt vor. So wird der dritte Schlag zu einer Folge aus Lesen, Schlagen und Reagieren statt zu einem starren Drop-oder-Drive-Ritual.
Über den Autor
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