Lob im Pickleball: Technik und Taktik
Offensive und defensive Lobs im Pickleball-Doppel: Technik, Zielwahl, Gegenwehr und praktische Übungen.

Ein Lob im Pickleball ist ein hoher Ball über die Gegenspieler in den hinteren Teil des Feldes. Offensiv soll er eine unerwartete Lücke öffnen; defensiv verschafft er Zeit für die Rückkehr in eine stabile Position. Gute Lobs brauchen deshalb nicht nur Höhe, sondern auch eine klare Absicht, sichere Tiefe und den richtigen Moment.

Was ist ein Lob im Pickleball?
Beim Lob fliegt der Ball in einem hohen Bogen über den Gegner und landet möglichst tief im hinteren Feld. Im Doppel gibt es zwei Grundformen: Der offensive Lob startet oft aus der Kitchen und überrascht Gegner, die nach vorn auf den nächsten Dink warten. Der defensive Lob entsteht aus einer bedrängten Lage und soll vor allem Zeit für die Neuordnung kaufen.
Die Unterscheidung hilft bei der Entscheidung. Stehen beide Gegner vorn und verlagern ihr Gewicht nach vorne, passt ein offensiver Lob als Wechsel. Wirst du weit aus dem Feld gezogen oder spielst du aus dem Lauf, ist ein defensiver Lob meist realistischer. Ein hoher Ball ohne Ziel ist keine Taktik.
Wann ist ein offensiver Lob sinnvoll?
Warte auf ein lesbares Signal. Ein Gegner mit gesenktem Kopf, nach vorn verlagertem Gewicht oder zu engem Stand braucht länger für die Rückwärtsbewegung. Besonders brauchbar ist der Moment nach einem neutralen Dink, wenn beide Gegner mit einem weiteren kurzen Ball rechnen.
Ziele bevorzugt über die Rückhandseite und hinter den Gegner. Die Landung soll nahe, aber nicht auf der Grundlinie liegen. Als Trainingsbeispiel markierst du einen Zielkorridor von 60 Zentimetern vor der Linie: Landen 8 von 12 Bällen dort, rechnest du 8 ÷ 12 = 66,7 %. Das ist dein Übungswert, keine offizielle Erfolgsquote. Erst wenn die Tiefe stabil bleibt, verkleinerst du das Zielfeld.
Ein offensiver Lob ist riskant. Ist er zu kurz, folgt ein leichter Überkopfball. Ist er zu lang, ist der Ball aus. Nutze ihn daher als Wechsel und nicht als automatische Antwort auf jeden Dink.

Wie spielt man einen defensiven Lob?
Senke zuerst den Körperschwerpunkt. Gehe mit dem Schläger unter den Ball und führe ihn nach oben, statt nur aus dem Handgelenk zu schnippen. Die offene Schlagfläche unterstützt den hohen Bogen; Knie und Gewichtsverlagerung liefern Kontrolle.
Ein defensiver Lob soll möglichst tief über die Gegenspieler fliegen, idealerweise auf die Rückhandseite. Danach gewinnt dein Team Zeit für die Rückkehr. Schaut der Gegner dem Ball nach und lässt ihn aufspringen, rückt ihr sofort wieder bis zur Kitchen vor. Kommt dagegen ein sauberer Überkopfball, bleibt die Verteidigung bereit und erwartet keinen freien Punkt.
Beispiel: Du wirst nach außen gezogen und brauchst ungefähr zwei Schläge, um zur Mitte zurückzukehren. Ein tiefer Lob zwingt den Gegner zunächst nach hinten. Die gewonnene Zeit reicht dann für den ersten Erholungsschritt und den nächsten Ball, aber nur, wenn der Lob nicht zu flach gerät.
Wohin sollte der Lob gehen?
Die beste Zielwahl verbindet Tiefe mit einer unangenehmen Körperseite. Prüfe vor dem Schlag drei Dinge: Wo stehen die Gegner? Wer bewegt sich schlechter rückwärts? Welche Seite deckt die Ausrüstung oder Rückhand weniger bequem?
- Hinter die Rückhand: verlangt oft einen schwierigeren Überkopfball.
- In die offene Ecke: verschiebt den Gegner seitlich und nach hinten.
- Über den nach vorn gelehnten Spieler: nutzt den Moment der fehlenden Rückwärtsbereitschaft.
- In die Mitte: kann Verwirrung erzeugen, braucht aber eine klare Absprache.
Die Mitte ist kein Selbstläufer. Ruft vor dem Schlag „Mitte“, wenn ihr beide den Ball erreichen könntet. Sonst entstehen Kollisionen oder ein freier Überkopfball.
Anzeige
Wie wehrt man einen Lob ab?
Antizipation beginnt, bevor der Ball steigt. Steht dein Partner im Dink-Duell sehr nah am Netz, halte selbst etwas mehr Abstand und beobachte Kopf, Schulter und Schläger des Gegners. Ein kurzer Ruf wie „tief“ oder „zurück“ gibt die Verantwortung weiter.
Drehe dich beim Rückwärtslaufen nicht blind um. Nutze Kreuzschritte, wenn du seitlich Raum gewinnen musst, und bremse vor dem Schlag ab. Der Partner übernimmt die Mitte, während der zurücklaufende Spieler den Ball kontrolliert zurückbringt. Nach einem hohen Rückschlag kehrt das Team gemeinsam nach vorn zurück.
Welche Übungen verbessern den Lob?

Zielzonen-Übung
Markiere zwei Felder von je etwa 60 Zentimetern Breite nahe der gegnerischen Grundlinie. Spiele 20 Lobs aus der Kitchen, zehn über jede Seite. Zähle nur Bälle, die tief landen und im Feld bleiben. Bei 13 Treffern ergibt sich 13 ÷ 20 = 65 %. Bleibt die Höhe zu niedrig, vergrößere das Ziel nicht sofort: Verkürze den Schwung nicht, sondern senke die Knie und führe länger nach oben.
Entscheidungsspiel
Der Partner zeigt vor dem Feed ein Signal: nach vorn gelehnt bedeutet „Lob“, stabile Rückwärtsbereitschaft bedeutet „Dink“. Spiele 16 Bälle und notiere richtige Entscheidungen sowie Aus- und zu-kurze Bälle getrennt. Erkennst du 12 Situationen korrekt, sind das 12 ÷ 16 = 75 %. So misst du Lesen und Ausführung getrennt.
Lob und Rückkehr
Nach jedem Lob ruft der Spieler „zurück“ oder „vor“. Der Partner sichert die Mitte, bis der Ball landet. Trainiere vier Serien mit je fünf Bällen und rückt als Paar nur dann vor, wenn der Lob tief genug war.
Welche Lob-Fehler treten häufig auf?
- Zu viel Handgelenk: Der Ball steigt unkontrolliert. Nutze Beine und Schulter.
- Zu wenig Tiefe: Der Gegner schlägt leicht von oben. Ziele weiter nach hinten.
- Jeder Ball wird gelobt: Der Überraschungseffekt verschwindet. Wechsle mit Dink und Drive.
- Keine Ansage in der Mitte: Zwei Spieler warten oder laufen zusammen. Ruf früh.
- Rückwärts ohne Bremse: Der Kontakt gerät hinter den Körper. Laufe, stoppe, dann schlage.
Häufige Fragen zum Lob im Pickleball
Ist ein offensiver Lob besser als ein defensiver?
Nein. Der offensive Lob greift eine ungünstige Gegnerposition an. Der defensive Lob rettet eine schwierige Situation und schafft Zeit. Entscheidend sind Lage, Balance und Ziel.
Wie hoch muss der Lob fliegen?
Hoch genug für Abstand über dem Schläger, aber nicht so hoch, dass der Gegner bequem unter den Ball kommt. Übe zunächst die sichere Tiefe und verändere die Flugbahn danach schrittweise.
Darf man im Doppel oft lobben?
Du darfst den Schlag nutzen, doch häufige Wiederholung macht ihn vorhersehbar. Ein Lob wirkt am besten, wenn er zur Stellung der Gegner passt und nicht bloß einen unsicheren Dink ersetzt.
Ein guter Lob beginnt mit Lesen: Gegner beobachten, Ziel wählen, kontrolliert heben und danach als Paar neu positionieren.
Über den Autor
PickleballTrue wird von einem Freizeitspieler in Vietnam betrieben. Unsere Ratgeber erklären Technik, Regeln und Ausrüstung verständlich für Einsteiger und Vereinsspieler, und wir korrigieren Fehler, sobald Leser uns darauf hinweisen. Mehr über uns →
Anzeige